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Our Chair in India: PETA Honour Group’s Educational Workshops, Legislative Victories

Delhi – Courtesy of People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) India, a Humane Science Award is on the way to the Mahatma Gandhi-Doerenkamp Centre (MGDC), based in Tiruchirappalli, Tamil Nadu, for Alternatives to Use of Animals in Life Science Education. Coming just in time for National Science Day on 28 February, the award recognises the MGDC for, among other successful efforts, their monumental progress in pushing for humane legislation and reducing and eliminating animal testing via educational workshops for teachers, researchers, veterinarians and physicians.

“The exceptional strides made by the Mahatma Gandhi-Doerenkamp Centre are modernising research and preventing millions of animals from being cut up in classrooms”, says PETA Science Policy Adviser Dr Chaitanya Koduri. “PETA’s motto reads, in part, that ‘animals are not ours to experiment on’ – a philosophy that this group are making a reality by helping students use exclusively modern and humane research methods.”

In the past five years, the MGDC has sponsored more than 60 workshops at institutions across India, educating teachers at the high school through university levels on modern digital dissection simulations, which produce better results in the classroom than archaic animal-based methods. The group have also teamed up with PETA to push for changes in course curricula through the University Grants Commission and Medical Council of India, sparing the lives of millions of animals every year.

The MGDC has tackled high-level research as well, holding 17 intensive 10-day training sessions on cell culture techniques and in vitro technology, educating nearly 300 researchers and scientists on modern, animal-free methods. The MGDC’s work with SkinEthic Academy in France has also resulted in three workshops, helping to integrate 3-dimensional in vitro methods that take the place of animals in cosmetics tests.


Lush-Preis für ein sehr erfolgreiches Projekt das von der DZ-Stiftung mitfinanziert wurde

Das „Zentrum für Alternativen zum Tierversuch in Europa" (CAAT-Europe) wurde für sein „CAAT-Europe Policy Program" mit dem Lush-Preis ausgezeichnet, dem höchstdotierten Preis für Prüfverfahren ohne Tierversuche. Die unabhängige wissenschaftliche Organisation CAAT-Europe mit Sitz an der Universität Konstanz erhält den Preis für ihr proaktives Engagement zur Bereitstellung von wissenschaftlichen Informationen im Europaischen Parlament in Brussel. Dr. Francois Busquet, der die wissenschaftliche Informationsarbeit von CAAT-Europe in Brussel koordiniert, nahm den mit 50.000 Euro dotierten Preis in London entgegen.


CAAT-Europe setzt es sich zur Aufgabe, Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft mit Wissenschaftlern zusammenzubringen, um wissenschaftlich fundierte Alternativen zu Tierversuchen in Produkt- und Sicherheitsprüfungen aufzuzeigen. „Wir arbeiten unabhängig von Industrie, Politik und Tierschutzorganisationen und können daher interessenfrei fundierte wissenschaftliche Ergebnisse und Forschungsarbeiten vermitteln. Wir sind dabei bestrebt, stets am Puls des Verbraucherschutzes zu sein", erklart Prof. Dr. Thomas Hartung, Co-Direktor von CAAT-Europe.


CAAT-Europe geht hierfür proaktiv auf Parlamentsmitglieder zu und bietet Konferenzen und Workshops im Europäischen Parlament. Seit 2012 wurden hierfür Gespräche mit über 100 Parlamentsmitgliedern zu Fragen im Bereich der Lebenswissenschaften geführt und zehn Workshops organisiert. 2013 wurde CAAT-Europe zum offiziellen externen Berater (STOA) des Europäischen Parlaments ernannt. „Wir sind stolz darauf, mit unserem ,Policy Program' wissenschaftliche tierversuchsfreie Verfahren auf die Ebene der Europäischen Institutionen getragen und CAAT-Europe an der Universität Konstanz zu einer führenden Institution auf diesem Gebiet in Europa gemacht zu haben", unterstreicht Prof. Dr. Marcel Leist, Leiter von CAAT-Europe. 

Doerenkamp-Zbinden Stiftung sucht Unterstützung

Seit 28 Jahren besteht die Doerenkamp-Zbinden Stiftung, gegründet von Hildegard Doeren­kamp (1921-2011), einer vermögenden deutschstämmigen Kanadierin, damals wohnhaft in der Schweiz und Gerhard Zbinden (1924-1993), weltweit anerkannter Toxikologe an ETH und Universität Zürich. Beide hatten ein Ziel: unnötige Tierversuche, vor allem an Hunden (und anderen "Companion Animals"), zu ersetzen durch moderne, klinisch relevante Testsysteme. Aus der Stiftung wurde eine Erfolgsgeschichte. Nach einem Lehrstuhl in Erlangen, den die Stifterin noch persönlich gründete, folgte die Gründung weiterer fünf Stiftungslehrstühle weltweit: In Konstanz, Genf, Utrecht, Baltimore und Tiruchirappalli, Indien. Alle Lehrstühle werden von der Stiftung unterhalten, in Indien wird sogar ein eigenes Institutsgebäude aus Stifungsmitteln gebaut. Daneben unterstützt die Stiftung grosse und auch kleinere Forschungsvorhaben in vielen Ländern, über 30 Millionen Franken flossen bisher in die Forschungsförderung. Der Anteil an Verwaltungskosten liegt unter 10%.


Gesucht werden Sponsoren, die dazu beitragen können, die Finanzierung der Lehrstühle zu sichern. Benötigt werden dazu die Mittel, die wir durch eine seriöse Anlage des Stiftungskapitals bei Banken in der Schweiz und Deutschland nicht mehr erwirtschaften können, dies sind ca. 600´000 CHF jährlich.

Die Mittel müssen nicht unbedingt über die - steuerbefreite - Stiftung fliessen. Die Sponsoren können auch Einfluss auf eine Namensänderung der Lehrstühle nehmen, falls dies gewünscht wird.

 

Bitte nehmen Sie Kontakt mit der Stiftung auf.

 

Doerenkamp-Zbinden Stiftung

PD Dr. Franz P. Gruber

Weinmanngasse 86

8700 Küsnacht ZH

fpg@doerenkamp.ch - www.doerenkamp.ch

Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis 2013 für Doerenkamp-Zbinden Professor

Den Felix Wankel Tierschutz- Forschungspreis 2013 erhalten zu den gleichen Teilen mit jeweils 15.000 Euro Marcel Leist (Doerenkamp-Zbinden Lehrstuhl für In-vitro Toxikologie und Biomedizin) für seine Arbeiten „In-vitro-Testsysteme für den Einsatz bei der Sicherheitstestung von Chemikalien bezüglich Reproduktionstoxizität“ und Stephan Reichl (Institut für Pharmazeutische Technologie, TU Braunschweig) für seine Arbeit „Artifizielles Gewebe als In-vitro-Arzneistoffabsorptionsmodelle und Beiträge zur Rekonstruktion der Augenoberfläche.

 

Marcel Leist studierte in Tübingen, Konstanz und Guilford (UK) Biochemie, Pharmakologie und Toxikologie. Er arbeitete in einer dänischen Pharmafirma (Lundbeck) an Therapien für neurodegenerative Erkrankungen und widmete eine der von ihm geleiteten Forschungsabteilungen dem Aufbau von Zellkulturmodellen zur Wirkstoffprüfung. Diese Arbeit an Alternativmethoden zum Tierversuchersatz wurde nach dem Ruf auf eine Doerenkamp-Zbinden Stiftungprofessur (2006) an der Universität Konstanz verstärkt weitergeführt. Der Lehrstuhl von Marcel leist beschäftigt sich mit zellulären Modellen für die Parkinson’sche und Alzheimer’sche Erkrankung, und mit Tests zur Erkennung von Chemikalien, die die Frühkindliche Organentwiklung hemmen. Um die Entwicklung tierfreier Methoden weltweit zu beschleunigen, wurde 2010 das Zentrum für Alternativen zum Tierversuch in Europa (CAAT- Europe) ins Leben gerufen, das Prof. Leist leitet.

 

Stephan Reichl studierte von 1992 bis 1996 Pharmazie an der TU Braunschweig. 1999 kehrte er an die TU Braunschweig zurück, wo er am Institut für Pharmazeutische Technologie in der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Dr. C. Müller-Goymann eine Dissertation angefertigte und 2003 promoviert wurde. Seitdem ist er dort als Arbeitsgruppenleiter im Rahmen eines Habilitationsprojekts tätig.

Das langjährige Hauptforschunggebiet seiner Arbeitsgruppe umfasst die Entwicklung, Charakterisierung und Validierung von zellkulturmodellen epithelialer Barrieren, insbesondere der humanen Cornea und nasalen Mucosa. Diese Zellkulturmodelle werden als Ersatz für exzidiertes Gewebe von Versuchstieren für In-vitro-Untersuchungen zum transepithelialen Transport von Arzneistoffen verwendet. Die Forschungsarbeiten tragen somit zu einer Verringerung von Tierversuchen im Sinne des 3Rs-Prinzips, insbesondere in der präklinischen Entwicklung von Arzneimitteln bei.

 

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Der Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis wird durch die Ludwig-Maximilians-Universität München in der Regel alle zwei Jahre für hervorragende, experimentelle und innovative wissenschaftliche Arbeiten verliehen, deren Ziel bzw. Ergebnis es ist, Tierversuche zu ersetzen oder einzuschränken, den Tierschutz generell zu fördern, die Gesundheit und tiergerechte Unterbringung von Versuchs-, Heim- und Nutztieren zu gewährleisten oder die Grundlagenforschung zur Verbesserung des Tierschutzes zu unterstützen. Der Preis ist mit maximal 30 000 EURO dotiert.


Stiftungsrat verlängert t4-Projekt um zwei Jahre

An der Stiftungsratssitzung am 23. April 2012 beschloss der SR eine Verlängerung des sehr erfolgreichen t4-Projekts (transatlantic-think-tank-toxicology) um zunächst zwei Jahre (s.a. Projekte). Mit diesem Projekt soll erreicht werden, dass die Fortschritte bei der tierversuchsfreien Toxizitäts-Prüfung in den USA (Tox 21c) permanent auch in Europa diskutiert werden. Und natürlich auch umgekehrt, siehe tierversuchsfreie Prüfung auf Pyrogene.

Mit dem t4-Projekt versucht die Doerenkamp-Zbinden Stiftung wenigstens ansatzweise einen Ersatz für die leider nicht mehr durchgeführten ECVAM-Workshops anzubieten.

Alle t4-Reports und t4-Workshop-Reports werden in ALTEX publiziert.

 

The concept

t4 is a collaboration of the toxicology oriented DZF chairs and was created with the following aims:

• to analyze current tools and programs and model / forecast the likely outcome with regard to safety and economic burden (cost/benefit analyses)

• to compare different approaches on an international scale (especially transatlantic) and support harmonization

• to further the concept of an evidence-based toxicology (EBT) following the role model of evidence-based medicine

• to develop and assess the conceptual needs to enable the change of approaches (predictive toxicology,

  integrated testing, systems toxicology, organotypic and stem cell cultures)

• to create and maintain information platforms (AltWeb, ALTEX, TestSmart workshops, etc.) to further the paradigm change in toxicology


Stiftungsrat genehmigt einjährige Überbrückungshilfe für ReTox-21c

Das Projekt "Modeling of pathways of developmental neurotoxicity as pilot of a paradigm shift for regulatory safety assessments of chemicals – phase 2" wird für ein Jahr von der Doerenkamp-Zbinden Stiftung gefördert. Die beschloss der Stiftungsrat am 23. April 2012. Angestrebt wird eine Anschlussfinanzierung durch das NIH (National Institute of Health, USA).

Gefördert wird der Start der Laborarbeiten am CAAT, Johns Hopkins Universität, Baltimore. Das Projekt wird in enger Kooperation mit dem Doerenkamp-Zbinden Lehrstuhl an der Universität Konstanz durchgeführt (s. Projekte).


Indische Regierung fordert Verzicht auf Tierversuche in der biomedizinischen Ausbildung

Das Komitee zur Kontrolle und Überwachung von Tierversuchen (Committee for the Purpose of Control and Supervision of Experiments of Animals, CPCSEA) des Indischen Ministeriums für Umwelt und Fors-ten fordert, auf Tierversuche in der biomedizinischen Ausbildung zu verzichten. Das Schreiben vom 13. Januar 2012 richtet sich an alle betroffe-nen indischen Regierungsstellen, den Arzneimittelrat und den Gesund-heitsrat von Indien. Diese sollen Sektionen und Tierversuche zu Ausbil-dungszwecken in medizinischen, pharmakologischen und anderen Gradu-ierten- und Postgraduierten-Kursen in den Biowissenschaften an Universitäten und Hochschulen einstellen und stattdessen Alternativmethoden einführen. Es wird konstatiert, dass unter Berücksichtigung verfügbarer Alternativmethoden in Form von CDs, Computersimulationen, Modellen, in vitro-Methoden usw. die Verwendung von Tieren im gegenwärtigen Umfang einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz von 1960 darstelle. Dieses besagt, dass es die Pflicht des CPCSEA sei, dafür zu sorgen, dass Experimente an Tieren vermieden werden müssen, wo immer das mög-lich sei, z.B. in der Ausbildung an Medizinschulen, Krankenhäusern, Universitäten usw., wenn andere Ausbildungsmethoden wie Bücher, Mo- delle, Filme usw. den gleichen Zweck erfüllen. Der Brief wurde einige Tage nach dem Ende des 99. Indischen Wissenschaftskongresses geschrieben, an dem erstmals eine Plenarsitzung über Alternativmethoden in der Ausbildung vom Mahatma Gandhi Doerenkamp Zentrum organisiert wurde. Ein ausführlicher Tagungsbericht ist in ALTEX 2012/2 zu finden (216-218). Die indische Regierung folgt damit auch Empfehlungen der Indischen Förderkommission vom Ende des Jahres 2011. Sollte sich die Indische Regierung mit ihrer Forderung durchsetzen, könnte Indien weltweit das erste Land sein, in dem Sektionen und Tier- versuche zu Ausbildungszwecken an Universitäten abgeschafft werden.

Franz P. Gruber


Medizinische Ausbildung in Indien wird „alternativ“

PETA Indien (People for the Ethical Treatment of Animals) hat zusammen mit dem Mahatma Gandhi Doerenkamp Zentrum (MGDC) im Januar 2012 eine Reihe von Workshops durchgeführt, um Professoren und Kursleiter an Universitäten mit alternativen Ausbildungsmethoden in Pharmakologie, Physiologie und Chirurgie vertraut zu machen. Die Idee war, den für die Gestaltung der Kurse verantwortlichen Personenkreis von den Vorteilen der alternativen Ausbildungsmethoden zu überzeugen, um Druck auf den wichtigen Medizinrat von Indien (Medical Council of India, MCI) aufzubauen, die Curricula für die Medizin- und Chirurgie- Ausbildung zu ändern (Regulations der MBBS, Medical Bachelor, Ba-chelor in Surgery). Hauptsprecher bei den Workshops waren u.a. Mohammad A. Akbarsha (Gandhi-Gruber-Doeren-kamp Lehrstuhl für Alternativen in der Biomedizinischen Ausbildung am MGDC), David Dewhurst (Professor für E-Learning an der Universität Edinburgh), John Pawlowski (Ass. Prof. an der Harvard Medical School und Direktor am Beth Israel Medical Center in Boston), Ramaswamy Raveendran (Professor für Pharmakologie, Pondicherry), Y.K. Gupta (Professor für Pharmakologie, Neu Delhi) und Dinesh K. Badyal (Prof. für Pharmakologie, Ludhiana). Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen der Prozentsatz an Tieren zu Ausbildungszwecken 1-2 % der insgesamt verwendeten Versuchstiere ausmacht, liegt dieser Prozentsatz in Indien bei etwa 10 %. Nur Frösche dürfen in Indien schon lange nicht mehr verwendet werden, da sie auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) stehen. Die Workshopteilnehmer und Sprecher diskutierten die Herausforderungen, die sich durch eine Umstellung auf Alternativmethoden ergeben und wie man die Schwierigkeiten bewältigen könnte. Die positiven Erfahrungen von indischen Hochschullehrern, die den Wechsel bereits vollzogen haben, spielten dabei eine besondere Rolle. Bei der Evaluierung der Bewertungsbögen, die von den Kursteilnehmern zurückgeschickt wurden, stellte sich heraus, dass die meisten Hochschullehrer überzeugt werden konnten, vom Gebrauch von Tieren im Unterricht künftig abzusehen und Alternativen zu verwenden. PETA will diese Evaluierung dem MCI vorlegen und hofft, dass von dort aus der Anstoß für die Änderung der Ausbildungsrichtlinien (MBBS) kommen wird. Die Times of India, The Hindu und andere Medien berichteten über die Erfolge der Workshops, die den Beginn einer neuen Ära in der akademischen Ausbildung mit humanen (und modernen) Methoden bedeute- ten. Dass es vor allem auch bessere Ausbildungsmethoden mit besseren Lernerfolgen sind, war während der Workshops auch stets das wichtigste Argument von David Dewhurst. Der Erfolg der Workshops knüpft an die Erfolge an, die PETA, das Mahatma Gandhi Doerenkamp Zentrum, Menschen für Tiere Indien und das Internationale Zentrum für Ausbildung und Forschung (I-CARE) im letzten Jahr bei der University Grants Commission erzielten, die dazu führten, dass in der Ausbildung der Bio-logen und Zoologen in ganz Indien die Verwendung von Tieren beendet werden wird. 

Franz P. Gruber


Richtfest in Indien

Am 1. Oktober 2011 wurde beim Neubau des Mahatma-Gandhi-Doerenkamp-Centers an der Bharathidasan Universität in Tiruchirappalli/Tamil Nadu/Indien Richtfest gefeiert. Von der Doerenkamp-Zbinden-Stiftung waren Präsident Franz Paul Gruber und Doerenkamp-Naef-Zbinden-Professor Pierre Cosson aus Genf anwesend.
 
DZ Präsident Franz P. Gruber eröffnet die "Doerenkamp Enclave"
 
Erste Reihe:
Honorable Vice-Chancellor Dr. Meena (4.v.r.), DZF Präsident Dr. Franz P. Gruber (4.v.l.), Doerenkamp-Naef-Zbinden Prof. Dr. Pierre Cosson (3.v.l), Gandhi-Gruber-Doerenkamp Prof. Dr. Mohammad Abdelkader Akbarsha (1.v.r.)
 
 

USA: 6 Mio. US-Dollar für Paradigmenwechsel in der Toxikologie

Das Johns Hopkins Center for Alternatives to Animal Testing (CAAT) erhält von den National Institutes of Health (NIH) eine 6 Millionen Dollar hohe Förderung zugesprochen, um eine möglicherweise bahnbrechende Entwicklung in der Toxikologie einzuleiten, die bei besserem Schutz für den Menschen mit weniger Tierversuchen auskommen kann.
CAAT Direktor und Doerenkamp-Zbinden Professor Thomas Hartung und sein Team an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, Maryland werden zusammen mit Agilent Technologies, einem weltweit führenden Unternehmen für Messtechnik und renommierten Wissenschaftlern aus Behörden und der Industrie ein Konsortium gründen, um eine neue Methode zu entwickeln, mit der die molekularen Mechanismen der Zelltoxizität verfolgt werden können. 
Die Förderung des Projekts erfolgte aus einem Fonds des NIH der für besonders innovative, originelle und unkonventionelle Forschungsansätze gebildet wurde, die geeignet sind, fundamentale wissenschaftliche Paradigmen zu stürzen.
Die gegenwärtige Toxikologie basiert auf einem Sammelsurium von über 40 Jahre alten Tests, die sowohl teuer (über 3 Milliarden Dollar/Jahr), als auch langsam sind und oft Ergebnisse mit sehr limitiertem Wert für die menschliche Gesundheit erbringen. Die zeitraubenden Testmethoden (die für Industriechemikalien, Pestizide und Medikamente fast gleich sind) haben dazu geführt, dass es einen “Rückstau” von mehr als 80.000 Chemikalien gibt, deren toxikologisches Potential weitgehend unbekannt ist.
Das wissenschaftliche Verständnis über die Art und Weise, wie Gene, Proteine und kleine Moleküle interagieren, um die Zellfunktionen aufrechtzuerhalten, hat sich rasant entwickelt, vor allem dank der Fortschritte von molekularen Methoden und Computermodellen. Die metabolischen Kaskaden, welche, wenn gestört, zu gesundheitsrelevanten Problemen führen, werden im Allgemeinen als „Pathways of Toxicity (PoT)“ bezeichnet. Diese PoT zu „kartieren“, Hartung spricht dabei vom „Humanen Toxom“, wird möglicherweise einen so grossen Aufwand erfordern, wie das „Humane Genom Projekt“. 
Als ersten Schritt, das humane Toxom zu entschlüsseln, haben Hartung und Kollegen vor, die PoT von Störungen im Hormonsystem aufzuschlüsseln, Störungen, die Tumoren erzeugen können, aber auch Geburtsfehler und Entwicklungsstörungen 
Die physiologischen Zusammenhänge des endokrinen Systems sind relativ gut bekannt, sodass die Identifizierung des PoT auf diesem Gebiet einfacher sein könnte als in anderen Disziplinen. Das Team um Thomas Hartung will einen umfassenden, allgemein zugänglichen Ansatz kreieren, der es den Toxikologen erlaubt, mit Hilfe von integrierten Teststrategien, welche „omics“ Methoden mit Computermodellen kombinieren, das humane Toxom umfassend zu entschlüsseln. Das Konsortium beabsichtigt, eine Wissenschaftlern weltweit zugängliche Datenbank der PoT aufzubauen.
Zusammen mit Thomas Hartung, werden renommierte Wissenschaftler ihr Fachwissen beisteuern. Genannt seien James Yager (Bloomberg School of Public Health); Robert Kavlock, Direktor des National Center für Computational Toxicology bei der U.S. Environmental Protection Agency (EPA); Michael Rosenberg, Direktor der Genomics Software Life Science Group des führenden Entwicklers biotechnologischer Systeme, Agilent Technologies; Mel Andersen, Assoc. Direktor des Hamner Institutes für Gesundheitswissenschaften; Kim Boekelheide, Professor der Medizinischen Wissenschaften an der Brown University; und Albert J. Fornace, Jr., Molecular Cancer Research Lehrstuhl am Lombardi Comprehensive Cancer Center, Georgetown University Medical Center.
                                                                                                               fpg

Hildegard Doerenkamp verstorben

Es ist meine traurige Pflicht, Sie vom Tod von Frau Hildegard Doerenkamp zu informieren.
Frau Doerenkamp verstarb in ihrem 91. Lebensjahr am 21. Februar 2011 nach kurzer schwerer Krankheit in einem Spital im Schwarzwald. Eine intensiv-medizinische Versorgung zur Verlängerung ihres Lebens lehnte sie kategorisch ab.
Als Sponsorin und Gründerin der Doerenkamp-Zbinden Stiftung, die zahlreiche Forschungsvorhaben zur Reduktion und zum Ersatz von Tierversuchen unterstützt, wird uns Frau Doerenkamp in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Frau Doerenkamp und die Doerenkamp-Zbinden Stiftung haben weltweit sechs Lehrstühle an Universitäten in Deutschland und der Schweiz, in den Niederlanden und den USA sowie in Indien zur Reduktion und zum Ersatz von Tierversuchen gegründet.

Die Beisetzung ihrer Urne fand im kleinsten Kreis ihrer Familie und Freunde auf ihrer früheren Farm in Nuova Scotia / Kanada statt.

Franz P. Gruber
Präsident der Doerenkamp-Zbinden Stiftung

Nachruf

Hildegard Doerenkamp verstorben

Nach kurzer, schwerer Erkrankung ist am 21. Februar 2011 die Mitbegründerin der Doerenkamp-Zbinden Stiftung, Frau Hildegard Doerenkamp, in ihrem 91. Lebensjahr verstorben. Sie lebte zuletzt zurückgezogen im Schwarzwald/Deutschland, Seniorenresidenzen und Hotels wollte sie nicht weiter ertragen. Sie versorgte sich selbst und hatte endlich wieder die Unabhängigkeit gefunden, die sie sich ein Leben lang bewahrt hatte.

Frau Doerenkamp war ein Naturmensch im besten Sinne des Wortes. Immer wieder versuchte sie sich als Bäuerin, bewirtschaftete Höfe am Niederrhein, in Graubünden und in Neuschottland/Kanada. Die 15 Jahre in Kanada bezeichnete sie rückwirkend immer als die schönsten ihres Lebens, dort nahm sie auch die kanadische Staatsbürgerschaft an. Ihre kanadischen Nachbarn, die sehr betrübt über ihren plötzlichen Tod sind, schrieben mir: She was a great lady with a zest for life and great determination. We are very sad to have lost a good old friend.

Seit Hildegard Doerenkamp 1982 Professor Gerhard Zbinden kennenlernte (er verstarb leider viel zu früh 1993), war sie zunehmend fasziniert vom wissenschaftlichen Tierschutz. Mit ihm zusammen gründete sie 1985 die Doerenkamp-Zbinden Stiftung (DZS). In den letzten Jahren entstanden, finanziert von dieser Stiftung, weltweit 6 Lehrstühle für Alternativmethoden zu Tierversuchen (Erlangen - noch von Frau Doerenkamp persönlich finanziert, Konstanz, Utrecht, Baltimore, Genf, Tiruchirappalli/Indien). Die ausführliche Geschichte der Doerenkamp-Zbinden Stiftung ist auf www.doerenkamp.ch zu finden.

Die DZS soll völlig unabhängig sein, sammelt keine Spenden, nimmt Geld weder vom Staat noch von der Industrie, das war ihre oberste Maxime. Die Unabhängigkeit in Entscheidungen von politischen Moden und anderen Zwängen, die sich durch externe Finanzierung ergeben, wird auch nach dem Tode gemäß des Wunsches der Stifterin erhalten bleiben. Gerne nahm sie Ratschläge an, aber nie ohne sie auch eingehend zu prüfen. Sie las viel (eine begeisterte ALTEX Leserin der ersten Stunde) und fragte viel. Und oft kamen einem bei ihren gezielten Fragen selbst Zweifel, ob man wirklich alles genau verstanden hat. Sie machte kein Hehl aus ihrer Zuneigung für Hunde und mit der Souveränität des Alters setzte sie sich über philosophische Einwände hinweg, dass es keinen vernünftigen Grund gäbe, bestimmte Tierarten anderen vorzuziehen. Gerne verblüffte sie ihre Diskussionspartner auch mit der Aussage, dass sie gerade für Primaten am wenigsten übrig hätte, die wären dem Menschen zu ähnlich, und mit denen könne sie nun ganz und gar nicht. Wobei sie solche Aussagen natürlich immer auch mit einem Schuss Ironie relativierte. Sie war selbstbewusst genug, auch über sich selbst lachen zu können. Frau Doerenkamp litt sehr unter ihrer Schwerhörigkeit. Bei den alliierten Bombenangriffen auf Köln weigerte sie sich, in den Luftschutzkeller zu gehen, sie legte sich in den Garten des Elternhauses, die Druckwellen der Bomben beschädigten ihr Gehör schwer. Gespräche mit ihr fanden immer mit Bleistift und Papier statt, fast täglich wurden über Jahre hinweg die Geschicke der Stiftung per Faxaustausch geregelt.

Die Stiftung war ihr Lebenswerk, immer wieder erkundigte sie sich gerade in den letzten Krisenjahren nach dem wirtschaftlichen Befinden der Stiftung und war erleichtert, dass die von ihr geforderte vorsichtige Anlagestrategie das Stiftungsvermögen intakt durch die Weltwirtschaftskrise gleiten ließ. Gerne schoss sie immer wieder Zustiftungen aus ihrem privaten Vermögen zu, wenn die Stiftung aus eigenen Kräften bei einer Lehrstuhlgründung überfordert gewesen wäre.

Mit Hildegard Doerenkamp verlieren wir eine großartige Frau. Sie war Ehrensenatorin der Universität Erlangen/Nürnberg, Gedenktafeln ehren sie am Institut für Companion Animals an der Veterinärmedizinischen Fakultät in Utrecht und der Bloomberg School of Public Health in Baltimore, in Indien wurde das mit den Mitteln der Stiftung erbaute Zentrum für Alternativmethoden Mahatma Gandhi-Doerenkamp-Center benannt. Doch außer diesen Ehrungen ist ihr der viel größere Dank all derer gewiss, deren Leben sie entscheidend beeinflusst hat, die, wie es so schön heißt, durch ihr Engagement die (wissenschaftliche) Laufrichtung geändert haben. Wobei es ihr immer wichtig war, dass durch ihr Engagement mehr als Tiere geschützt wurden, dass es eine bessere Medizin für die Menschen wäre, die durch humanere Forschungsmethoden entwickelt würde.

Ihr Ableben hat Frau Doerenkamp bis ins Detail vorbereitet. Eine intensiv-medizinische Lebensverlängerung lehnte sie kategorisch ab. Ihre Urne wird auf ihrer früheren Farm in Kanada in die Erde versenkt. Diese letzte Fahrt in ihrem Auftrag wird uns wehmütig stimmen. Möge Sie im Jenseits gnädig auf die Weiterentwicklung ihres Lebenswerks herunterschauen und noch stolzer auf ihr Lebenswerk sein.

Unser Mitgefühl gilt der Tochter von Frau Doerenkamp.



Franz Paul Gruber,

im Namen des Stiftungsrates und des Wissenschaftlichen Beirats und der Geschäftsstelle der Doerenkamp-Zbinden Stiftung sowie der Doerenkamp-Lehrstühle in Erlangen, Konstanz, Utrecht, Baltimore, Genf und Tiruchy/Indien


Ein Nachruf aus Utrecht

In memoriam Mw. Hildegard Doerenkamp.
Op 21 februari jl. is op 90-jarige leeftijd na een kort ziekbed Mw. Hildegard Doerenkamp overleden. Zij was samen met de Zwitserse toxicoloog Gerhard Zbinden de grondlegger van de naar hen vernoemde stichting. Deze Doerenkamp-Zbinden Foundation heeft sinds 1982 veel onderzoek gestimuleerd naar alternatieven voor dierproeven. De bevlogenheid van Mw. Doerenkamp voor dit onderwerp werd sterk gestimuleerd door de pleidooien van prof. Zbinden tegen in zijn ogen overbodige wettelijk voorgeschreven dierproeven, met name de LD50-experimenten. Het leidde ertoe dat zij vanuit privé-fondsen het onderzoek van prof Zbinden ondersteunde, waarna de Stichting werd opgericht. Wereldwijd zijn sindsdien onderzoekers, die zich verdienstelijk hadden gemaakt, ondersteund met beurzen en met de vermaarde Doerenkamp-Zbinden Awards. Tot de Nederlandse prijswinnaars behoren onze (oud)-hoogleraren Bert van Zutphen en Coenraad Hendriksen en ook Herman Köeter.
Sinds enkele jaren financiert de Stichting leerstoelen, waaronder de bij het IRAS ondergebrachte "Doerenkamp-Zbinden Chair for Alternatives to Animal Testing in Toxicological Risk Assessment".
Ik heb de eer gehad bij de start van dit project Mw. Doerenkamp te ontmoeten. Ondanks haar hoge leeftijd viel onmiddellijk haar interesse in nieuwe wetenschappelijke ontwikkelingen op die ze met enthousiasme van scherp commentaar voorzag.
Wij gedenken een markante, zeer bewogen dame, die met de inzet van haar financiële mogelijkheden vele anderen in staat stelde om de doelen te bereiken die zij nastreefde. Wij zullen in haar geest ons onderzoek naar alternatieven voor dierproeven in de toxicologie voortzetten.
Namens het Institute for Risk Assessment Sciences
 
Bas Blaauboer

English version of thie obituary is to find in the News


Ein Nachruf von der Universität Erlangen

Ehrensenatorin Hildegard Doerenkamp im 91. Lebensjahr verstorben

Tests an Zell- und Gewebekulturen, schmerzlose Selbstversuche für Studierende, Computersimulationen, Mikrochips, die künstliche Körper darstellen – in Medizin und Biologie haben sich die Methoden zum Erkenntnisgewinn ohne Tierversuche in den vergangenen Jahren sehr verbessert und verfeinert. Trotz alledem kommt die Forschung nicht ganz ohne Tiermodelle aus. Um so wichtiger ist es, unverzichtbare Experimente mit dem bestmöglichen Schutz von Versuchstieren zu kombinieren. Diesem Anliegen widmete Hildegard Doerenkamp, Ehrensenatorin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und Gründerin der Doerenkamp-Zbinden-Stiftung, die letzten Jahrzehnte ihres langen Lebens. Im Februar 2011 verstarb sie im Alter von 91 Jahren.
Dem konstruktiven Tierschutz gab Hildegard Doerenkamp im Jahre 1985 eine finanzielle Basis durch die Stiftung, die ihren Namen und den ihres fachkundigen Ratgebers trägt. Der 1983 verstorbene Toxikologe Prof. Dr. Gerhard Zbinden hatte der Stifterin empfohlen, sich auf zwei oft vernachlässigte Gebiete des Tierschutzes in der experimentellen Wissenschaft zu konzentrieren, die Verringerung sowohl der Zahl als auch der Belastung von Versuchstieren. Darauf ist auch die Doerenkamp-Zbinden-Professur für Innovationen im Tier- und Verbraucherschutz ausgerichtet, in welche die Stifterin persönlich investiert hat. Kay Brune, Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der FAU, erhielt damit die Möglichkeit, bis Mitte 2012 neue Wege von „reduction“ und „refinement“ zu erforschen.
Neben „replacement“, dem Ersatz von Tierexperimenten durch andere Verfahren, gehören diese beiden Begriffe zu den „3 R“, die heute die Maßnahmen zum Tierschutz in der Forschung umreißen. „Reduction“ and „refinement“ haben nicht zum Ziel, Tierversuche abzuschaffen, sondern auf das für die menschliche Gesundheit notwendige Maß zu beschränken bzw. durch die Anwendung modernster Technologien den Versuchstieren Leid zu ersparen. Das kann beispielsweise geschehen, indem Schmerzreize unter Anästhesie gemessen werden, so dass die Tiere sie nicht wahrnehmen.
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat durch den Tod von Hildegard Doerenkamp eine uneigennützige Förderin sowohl der genannten Professur als auch zahlreicher unterschiedlicher Forschungsprojekte der FAU verloren.
In den letzten Jahren hat sich Hildegard Doerenkamp, beraten durch Prof. Dr. Franz P. Gruber, dem „dritten R“ zugewendet. Sie tat sich mit der Etablierung von Professuren hervor, die sich ausschließlich mit dem Ersatz von Tierversuchen durch In-Vitro-Methoden und Computersimula­tionen beschäftigen sollten. Diese Arbeit wird, soweit es die Stiftungsmittel zulassen, nach ihrem Tod unter der Leitung von Prof. Gruber fortgesetzt.

Inauguration des Gandhi-Gruber-Doerenkamp Lehrstuhls in Indien

Nach den Lehrstuhlgründungen in Konstanz, Utrecht, Genf und Baltimore (in dieser Reihenfolge) gründete die DZS einen fünften Lehrstuhl im Süden Indiens, an der Bharathidasan Universität in Tiruchirappalli. Der offizielle Name des Lehrstuhls lautet „Gandhi-Gruber-Doerenkamp Chair for Alternatives to the Use of Animals in Life Science Education and In Vitro Toxicology“. Die Stiftung finanziert auch den Neubau des Mahatma Gandhi-Doerenkamp Centers, das im nächsten Jahr fertiggestellt sein wird. 
                Eine Universität in Indien war für die Stiftung deshalb so wichtig, weil es dort unglaublich viele Studierende im biomedizinischen Bereich gibt. Allein in Tamil Nadu, dem Bundesstaat, in dem Trichullirappalli liegt, gibt es 200.000 Biologiestudierende. Entsprechend hoch ist heute noch der „Verbrauch“ an Tieren in der Ausbildung, die grösstenteils der Natur entnommen werden und so zu erheblichen ökologischen Schäden führen. Tier- und Naturschutz werden also gleichermassen durch diesen Lehrstuhl gefördert. Indien ist aber auch ein Staat, in dem die Informationstechnologie hohes Ansehen geniesst, die Spitzenforschung in den IT-Wissenschaften in Indien wird international sehr geschätzt. Was lag also näher, als E-Learning in den biomedizinischen Wissenschaften dort zu initiieren, mit Nutzen für alle Beteiligten. Der Tierverbrauch im Studium wird drastisch zurückgehen. Es sind neue Programme aus Indien zu erwarten, ältere Programme können in Indien auf den neuesten Stand gebracht werden und die 3R-Idee wird so in einen Kulturkreis getragen, der diesen Ansatz mit Begeisterung aufnimmt. Die Bharathidasan Universität in Tiruchirappalli ist zudem in besonderer Weise dem Gedenken an Mahatma Gandhi verpflichtet. Die Einweihungsfeierlichkeiten fanden denn auch am 2. Oktober 2009 statt, dem Tag, an dem Mahatma Gandhi 140 Jahre alt geworden wäre.
 
Als Initiantin des Lehrstuhls in Indien darf zweifelsfrei die Biologin Dr. Shiranee Pereira gewürdigt werden, die sich seit vielen Jahren um alternative Ausbildungsmethoden in Indien bemüht und die auch den ersten Indischen Kongress über Alternativmethoden im Januar 2007 organsiert hat (siehe Nachrichten in ALTEX 2/07 und Chennai Congress Proceedings in ALTEX 3/07). Durch diesen Kongress kam auch der Kontakt zum jetzigen
Lehrstuhlinhaber, Prof. Dr. Mohammad Abdelkader Akbarsha, zustande, der am 2. Oktober 2009 seine Inauguration feiern konnte. Bereits am 1. Oktober trafen sich die beiden Gremien, die vertragsgemäss das Center und den Lehrstuhl begleiten werden: Das Governing Councli und das Advisory Board. Von Seiten der DZS hat in beiden Gremien David Dewhurst Sitz und Stimme, Professor für E-Learning an der Universität Edinburgh, UK.

Zur Inauguration wurden Grussadressen vorgetragen vom Vizekanzler der Universität M. Ponnavaikko, dem früheren Vizekanzler A. Gnaman, von Franz P. Gruber, DZS, der Mohammad A. Akbarsha auch einen symbolischen Scheck zur Finanzierung des Neubaus und des ersten Jahrs sowie eine Eule (das „Wappentier“ der DZS) überreichte, von David Dewhurst, der auch eine Grussbotschaft der Stifterin H. Doerenkamp vortrug, N. Linke, Stiftungsrat der DZS, Deputy Director General R. S. Sharma, der von der Indischen Regierung in New Delhi nach Tiruchirappalli entsandt wurde, V. Oommen von der Universität Kerala, und B. Manivannan von der Fa. Panacea Biotec in New Delhi.
Den sehr feierlich gehaltenen Zeremonien, symbolischer Grundsteinlegung, Entzünden des Lichts und Nationalhymne folgte ein Workshop mit Vorlesungen von Prof. N. Rajendran (Mahatma Gandhi, Ahimsa and Alternative practices in Science), Franz P. Gruber (Introduction to basic concepts in alternatives), David Dewhurst (Computer-based replacement alternatives in University education – animal free teaching), S. Parthasarathy (In silico alternatives to animal use in drug discovery and development, und M. C. Sathyanarayana (Animal alternative resources).

Bewegende Schluss- und Dankesworte des neuen Lehrstuhlinhabers Mohammad A. Akbarsha beschlossen die Inaugurationsfeierlichkeiten.

Der Lehrstuhl wird eine enorme Ausstrahlung auf die Wissenschaftsszene in Indien und vielleicht den ganzen südostasiatischen Raum haben. ALTEX will mithelfen, diesen Elan aufrechtzuerhalten. ALTEX plant, in Tiruchirappalli (in Indien kurz auch Trichy genannt) eine Redaktion und einen eigenen Vertrieb für Indien aufzubauen. 

Auf die Gründung des Lehrstuhl gingen neben anderen Zeitschriften auch die grösste indische Tageszeitung INDIAN TIMES ein und die grösste Zeitung in Tamil Nadu, der HINDU.

ALTEX plant, in Tiruchirappalli (in Indien kurz auch Trichy genannt) eine Redaktion und einen eigenen Vertrieb für Indien und Südostasien aufzubauen.

Mit dem Lehrstuhl in Trichy hat die Doerenkamp-Zbinden Stiftung nun weltweit ihren sechsten Lehrstuhl eingerichtet. Da Lehrstühle nicht nur eingerichtet, sondern auch unterhalten sein wollen, mussten die Förderrichtlinien der Stiftung geändert werden. Bis auf weiteres sollen bevorzugt Projekte und unter diesen wiederum bevorzugt Gemeinschaftsprojekte der Lehrstühle gefördert werden (siehe auch Poster „The Doerenkamp-Zbinden Foundations´s chairs on alternatives to animal experimentation in research and education“ in ALTEX 3/09 auf der Seite U2).

fpg
 
Gandhi-Gruber-Doerenkamp Chair for Alternatives to the Use of Animals in Life Science Education:

Prof. Dr. Mohammad A. Akbarsh
Gandhi-Gruber-Doerenkamp Chair
Bharathidasan University
Tiruchirappalli – 620 024
Tamilnadu, India
Email: akbarbdu@yahoo.com

See:
Movement to Curtail Animal Dissections in Zoology Curriculum: review of the Indian Experience
ALTEX 24 (3), 163-166
 
http://www.bdu.ac.in/mgdc/
 

USA: Inauguration of the Doerenkamp-Zbinden Chair at Johns Hopkins University

Cheer for chair – some observations from the inauguration of Thomas Hartung as the Doerenkamp-Zbinden Chair for Evidence-based Toxicology


 
The Johns Hopkins University is a private research university in Baltimore, Maryland, United States. Johns Hopkins (named after Johns Hopkins, who left $7 million in his will 1873 – at the time, this was the largest philanthropic bequest in US history equivalent to $131 million in the year 2006) has graduate programs in medicine, public health, music, and international studies. Johns Hopkins is one of the top universities in the world – for example it ranked first of 20 top US academic institutions in total research & development spending for the 29th  year in a row. And Johns Hopkins is known to entertain already for 28 years the Center for Alternatives to Animal Testing (CAAT), which became under the leadership of its founder Prof. Alan Goldberg a key promoter for alternative methods in the US, best known for its website AltWeb (http://altweb. jhsph.edu/) and the TestSmart workshops and conferences (last on developmental neurotoxicity in November 2008). It was not easy to find somebody to succeed Alan Goldberg, who turns 70 this fall: For more than four years, search committees looked for a candidate with a reputation and academic standing adequate for this prominent position.

Thomas Hartung fulfilled these criteria – a professor from the University of Konstanz, Germany, with more than 300 scientific papers and from 2002 to 2008 head of ECVAM, the European Center for the Validation of Alternative Methods. When asked what made him change to the US, his answer was quick: “The fantastic environment of Hopkins and the enthusiastic discussion on a paradigm shift in toxicology stirred by the vision report from the US National Academy of Sciences”. The Doerenkamp-Zbinden Foundation enabled this change by endowing a chair for evidence-based toxicology linked to CAAT. On the basis of this endowment Hopkins commits to maintain a chair with this research direction until the university ceases to exist.

 
On 12th of May 2009, we were able to witness the celebration of the inauguration, which demonstrated impressively, how much the university embraces this donation and this area of research. University president Ron Daniels and Dean Michael Klag left no doubt about their full support, expressing their appreciation for the past of CAAT and their expectations for seeing it further flourish in the future.

In an entertaining presentation, Thomas Hartung laid out some stations of his career, which led him to Baltimore. As a thought starter, he recalled when he synthesized aspirin as a student of biochemistry and medicine in Tuebingen, Germany. Seeing the result of his work, he wondered whether he would dare to swallow it. Most probably not, if he would rely on to todate’s toxicology, which has shown that the chemical is “harmful if swallowed”, a skin, eye and respiratory irritant, a co-carcinogen and embryotoxic in cat, dog, rat, mouse and monkey. Good that there was no toxicology in 1899 – the drug would hardly have made it to the market. In marked contrast, after one million billions of pills taken by men, annual production is close to 50 thousand tons and sales close to $ 800 million. Hartung then showed, how his mentor Albrecht Wendel, Tuebingen and Konstanz, guided him toward pharmacology and toxicology, citing former FDA president Arnold Lehmann “You too can become a toxicologist in two easy lessons, each ten years long.“ He continued showing how the years in ECVAM with the European Commission have shaped his view on toxicology and the need for new approaches. The close collaboration with Alan Goldberg and CAAT during these years enabled a smooth transition now. Among others Hartung and Goldberg published in 2005 an article in Scientific American (later translated into Arabian, Chinese, German, Italian, Japanese, Korean, Polish, Portugese, Spanish and other) entitled “Protecting more than animals”. This describes well their joint approach, which stresses that humane science is the best science – to protect consumers and patients as well as animals.

Finally, Hartung explained again his concept to translate evidence-based Medicine to toxicology (see also his article in 2/09 issue of Altex). All together, an entertaining presentation, which set the scene for prospects in research, education and the “CAATalyst” role of the center. 

The Doerenkamp-Zbinden foundation is proud to have helped install at such prominent place a chair to support the paradigm shift in toxicology. The choice of the inaugural professor raises hopes as to the contribution to be expected.  By supporting the Transatlantic Think Tank of Toxicology (t4) – a collaboration of the toxicology oriented Doerenkamp-Zbinden chairs in Konstanz, Utrecht and Baltimore – the support continues to make a new approach in toxicology possible. The photographs from the inauguration give an impression of the event – a milestone on the long road to go.


fpg

CH: Ein Doerenkamp-Naef-Zbinden Lehrstuhl in Genf

 
Zielstrebig und vom Erfolg überzeugt kam ein Vertragsabschluss zur Gründung eines Lehrstuhls für Alternativmethoden an der Universität Genf zustande. Die Beteiligten: die Medizinische Fakultät der Universität Genf, die Egon-Naef Stiftung und die Doerenkamp-Zbinden Stiftung. Der 5-Jahres-Vertrag wurde am 29. November 2008 in Genf, anlässlich einer Feierstunde zur Vorstellung des neuen Stiftungsprofessors, unterzeichnet.

Der Lehrstuhl wird mit Pierre Cosson besetzt, einem seit Jahren sehr erfolgreichen Forscher auf dem Gebiet der Invertebraten-Immunologie. Cosson konnte mit Versuchen an Amöben (zu finden in der Erde eines jeden Blumentopfes) erstaunliche Parallelen zur Pathogenität von Mikroorganismen bei Säugern nachweisen. Gefördert von der Stiftung Forschung 3R (www.forschung3r.ch) baute Pierre Cosson einen Arbeitskreis zur Erforschung pathologischer Zusammenhänge an Invertebraten auf. Cosson wird ausführlich im Info-Bulletin 36 der Stiftung Forschung 3R vorgestellt: http://www.forschung3r.ch/de/publications/bu36.html.

Der Lehrstuhl wird den Namen Doerenkamp-Naef-Zbinden Lehrstuhl für Alternativmethoden tragen. Pierre Cosson wird nicht nur die Invertebraten-Immunologie präsentieren, sondern das ganze Feld von Alternativmethoden. Er wird zu diesem Zweck regelmässig Gastvorträge und Vorlesungsreihen zum Thema 3R-Methoden an der Universität Genf organisieren.

Grosse Hoffnungen setzt vor allem die DZS in die Ankündigung von Cosson, ein Zentrum für die Produktion von in vitro Antikörpern einrichten zu wollen. Seit Jahren ist die Methode bekannt, sie wurde bereits 1995 in einem Bulletin der Stiftung Forschung 3R vorgestellt, www.forschung3r.ch/de/publications/bu5.html, von den Autoren aber nicht weiter verfolgt. Die Methode sei tatsächlich damals noch mit technischen Problemen belastet gewesen, so Cosson. Eine Reihe von Fehlversuchen habe dann zur Abkehr von dieser vielversprechenden Technik geführt. Die Fehler seien aber mittlerweile weitgehend eliminiert und einer Serienanwendung stünde nichts mehr entgegen, ausser dem vielerorts fehlenden Willen, dies auch zu tun. Mit Sondermitteln der DZS ausgestattet, soll nun an der Universität Genf erstmals ein Antikörperlabor eingerichtet werden, das routinemässig rekombinante Antikörper in vitro herstellt. Hunderttausende von Kaninchen weltweit können es kaum erwarten.


fpg

USA: Neuer Doerenkamp-Zbinden Lehrstuhl in Baltimore

Die Johns Hopkins University in Baltimore/USA und die Doerenkamp-Zbinden Stiftung in Kuesnacht ZH/Switzerland haben im Dezember 2008 einen Vertrag geschlossen, der es der Johns-Hopkins Universität ermöglicht, dauerhaft einen Doerenkamp-Zbinden Chair for evidence based toxicology einzurichten. Die Stiftung widmet diesen Lehrstuhl ihrem wissenschaftlichen Begründer, dem Zürcher Toxikologen Gerhard Zbinden.

Der Lehrstuhl soll mit Thomas Hartung besetzt werden, ehemals Leiter von ECVAM (European Center for the Validation of Alternative Methods), der bereits in dieser Funktion ein Garant für gute Beziehungen der Europäischen Behörden zu den entsprechenden US-Einrichtungen war. Hartung wird auch die Leitung des CAAT übernehmen, dem weltweit ersten Center for Alternatives to Animal Testing, dessen erster Leiter, Alan Goldberg, seit vielen Jahren als Ehrenmitglied dem Wissenschaftlichen Beirat der Doerenkamp-Zbinden Stiftung angehört.

Es bahnen sich grosse Projekte an, bereits in ALTEX 4/08 wird über das T4-Projekt berichtet, das eine Klammer zwischen den Kontinenten bilden, aber auch die DZF-Lehrstühle eng miteinander vernetzen soll.

Mit der Förderpolitik, Lehrstühle zu gründen und nicht nur Forschungsprojekte zu fördern, geht die Doerenkamp-Zbinden Stiftung seit 2003 einen konsequenten und sehr erfolgreichen Weg. Trotzdem stellt der Januar 2009 für die DZF einen Meilenstein in der Förderung von Alternativmethoden dar. Erstmals wird ein Lehrstuhl für Alternativmethoden ausserhalb Europas gegründet. Und darf man der Dynamik trauen, die in dieser Stiftung steckt, dürfte es nicht der letzte Lehrstuhl gewesen sein, der gegründet wurde.


fpg

Antrittsvorlesung von Bas Blaauboer in Utrecht

siehe Pressemitteilung der Universität Utrecht im englischen Teil

NL/CH: Doerenkamp-Zbinden Lehrstuhl an der Universität Utrecht gegründet

Am 13. Februar 2008 unterzeichneten beim Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Utrecht die Fakultätsdirektorin, der Direktor des Instituts für Risk Assessment (IRAS) und der Präsident des Stiftungsrates der Doerenkamp-Zbinden Stiftung (Zürich) einen Vertrag zur Gründung einer
Stiftungsprofessur an der Universität Utrecht für zunächst sechs Jahre, mit dem Wunsch, auf acht Jahre zu verlängern. Der Lehrstuhl ist in seiner Funktion besonders dem Andenken an den Zürcher Toxikologen Gerhard Zbinden (1924-1993) gewidmet. Ein wichtiges Signal für die weitere Verankerung des 3R Prinzips in der Akademia.
Der dann mit Bas Blaauboer besetzte „Doerenkamp-Zbinden Lehrstuhl für Alternativmethoden in der Toxikologie" wird sich insbesondere um folgende, vertraglich vereinbarte Forschungsziele bemühen:
• Biotransformation of compounds in human in vitro systems.
• Use of in vitro models to study mechanisms of toxicity.
• Development of QSAR models for the estimation of relevant toxic endpoints.
• Development and implementation of PBBK models for the interpretation of in
vitro toxicity data for their relevance of exposure scenarios.
• Research in the factors and actors involved in the implementation of alternative
methods in regulatory processes.
• The replacement and reduction in the use of companion animals, especially dogs and rabbits, has priority in all the mentioned research lines.

Zwei Jahre nach der Besetzung des Konstanzer „Doerenkamp-Zbinden Lehrstuhls
für in vitro Methoden zum Tierversuchsersatz", mit Marcel Leist erfolgt damit die
zweite Gründung eines reinen Alternativmethoden-Lehrstuhls in Europa. Eine enge Zusammenarbeit der Stiftungslehrstühle in Konstanz und Utrecht ist durch die Einrichtung Wissenschaftlicher Beiräte gewährleistet, in beiden hat der Präsident des DZ Stiftungsrats Sitz und Stimme.
Mit der Gründung dieses Lehrstuhls ist auch die langdauernde Suche nach dem Projektmanagement für das Grossprojekt der DZS "Companion Animals" abgeschlossen.
fpg

Doerenkamp-Zbinden Stiftungsprofessur für Alternativmethoden in Konstanz

Bereits am 17. Juli 2003 unterzeichneten der damalige Präsident der Doerenkamp-Zbinden Stiftung, Professor Kay Brune (Universität Erlangen), und der Regierungsrat Bernhard Koch, Präsident der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und Forschung eine Vereinbarung zwischen beiden Stiftungen über die Einrichtung und Finanzierung der „Stiftungsprofessur für in vitro Methoden zum Tierversuchsersatz“ an der Universität Konstanz (ALTEX berichtete darüber in 2/2003, S. 99).

Mit der Einrichtung und Finanzierung dieser Professur verfolgen die beiden Stiftungen das gemeinsame Ziel, durch disziplinübergreifende wissenschaftliche Forschung im internationalen Kontext Alternativmethoden zu Tierversuchen im Bereich des Gesundheits- und Konsumentenschutzes zu entwickeln, zu bewerten und ihre Implementierung in nationale und internationale Regelwerke vorzubereiten. Die Finanzierung soll für 10 Jahre mit jährlich 300.000 € durch die Doerenkamp-Zbinden Stiftung erfolgen. Nach Ablauf von vier und acht Jahren soll jeweils eine Evaluation des Lehrstuhls erfolgen. Die erste Evaluation soll dabei neben der Bewertung der Leistungen in Forschung und Lehre eine Empfehlung aussprechen, ob die Stiftungsprofessur beendet oder fortgesetzt werden soll. Die zweite Evaluierung soll ergeben, ob die Professur ihr Ziel erreicht hat, modernen Tierschutz in Forschung und Lehre umzusetzen und erfolgreich innerhalb Europas zu implementieren und vor allem, ob die Stiftungsprofessur nach Ablauf von 10 Jahren mit Landesmitteln fortgeführt werden soll.

Nach Ausschreibung der Stelle im November 2003 wurde von der Berufungskommission im Sommer 2004 eine Dreierliste verabschiedet, den Ruf an den Ersten der Liste sprach die Universität dann nach vielfach nötigen Abklärungen mit dem Wissenschaftsministerium in Stuttgart im April 2005 aus. Seit dieser Zeit wurde verhandelt bis nun im März 2006 endgültig die Zusage vom Listen-Ersten bei der Universität eintraf.

Marcel Leist
 
Erster deutscher Stiftungsprofessor für in vitro Methoden zum Tierversuchsersatz wird der 1964 in Freiburg/Brsg. geborene Biologe Marcel Leist. Leist studierte in Tübingen Biochemie und beendete sein Studium 1989 an der University of Surrey (Guildford-GB) mit dem Master of Science in Toxicology. Von 1990 bis 1993 promovierte er an der Universität Konstanz über Apoptose, Entzündung und TNF-Wirkungen auf HepatozytenkulturenTNFR. Er wurde anschliessend Forschungsleiter Laborleiter in der ArbeitsgGruppe Selenenzyme Vitamine und Atherosklerose am Deutschen Institut für Humanernährung in Potsdam-Rehbrücke und beschäftigte sich mit Selenoenzymen und Vitamin E, ging nochmals an die Universität Konstanz zurück, um von 1995 bis 1998 in der Molekularen Toxikologie der Fakultät für Biologie zu habilitieren. Seit 2000 ist Leist bei der Fa. H. Lundbeck A/S in Dänemark engagiert. Seine Arbeit führte ihn durch die Gebiete Mechanismen der Neuroprotektion, Neuroinflammation und Zytokinrezeptoren, er beschäftigte sich intensiv mit Membranproteinen, die neue Interventionsmöglichkeiten fürder target discovery von neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Schizophrenie versprechenund befasste sich schliesslich in verantwortlicher Position mit structure and function of new drug discovery targets. Als Hochschullehrer betreute er an der Universität Kopenhagen Studenten der Neurowissenschaften. Zuletzt designiert für einen im Rahmen einer firmeninternen Umstrukturierung wurde ihm der Chefposten in der Lundbeckforschungeines Forschungsleiters für Dänemark angeboten, Leist lehnte diese Stellung zugunsten der Konstanzer Stiftungsprofessur ab.

Wir wünschen Marcel Leist einen guten Start und erhoffen uns natürlich viele Synergien durch die Nähe zum Konstanzer Lehrstuhl.

                                                                                                                          fpg